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Manuskripte |
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Bisher sind vier Romane
von mir erschienen und der nächste ist bereits in Arbeit. Daneben gibt zur Zeit
noch drei weitere Manuskripte von Romanen, die bisher unveröffentlicht sind.
Für zwei von diesen drei Romanen habe ich noch keinen interessierten Verlag
gefunden. "Luzifers Poesiealbum" könnte theoretisch erscheinen, doch
bei dem Verlag stehen momentan wirtschaftliche Schwierigkeiten einer
Veröffentlichung im Weg.
"Luzifers Poesiealbum"
richtet sich an eine spezielle Zielgruppe: Schüler und Lehrer. Wenn der
Roman in Schulklassen gelesen werden soll und etwa 200 bis 250 Exemplare
vorbestellt werden, kann das Werk sofort in Druck gehen. Sollten Sie Fragen
dazu haben (oder sollten Sie selbst Verleger und an einem der Manuskript
interessiert sein), senden Sie mir eine =>
Email
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Luzifers Poesiealbum |
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Roman |
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Genre: gesellschaftskritischer Jugendroman
Erzählung: szenisch mit Rahmenhandlung
Thema: Mobbing und Cyberbullying
Zielgruppe: Schüler ab ca. 12 Jahren,
Lehrer und Eltern
Umfang: ca. 120 Normseiten
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Inhalt:
Bei der Besichtigung eines zum Verkauf stehenden
Hauses findet der Erzähler im ehemaligen Kinderzimmer eine Art Tagebuch mit
einem Aufkleber: "Luzifers Poesiealbum". Er schlägt die erste Seite auf und
entdeckt ein Foto, das plötzlich zum Leben erwacht und eine Szene erzählt.
Jede neue Seite bietet dem
Erzähler einen weiteren Einblick in das Leben von Lukas, einem zuerst
zwölf-, später sechzehnjährigen Jungen. Lukas, ein Außenseiter, der von
seinen Eltern überfordert und von seinen Mitschülern zum Opfer abgestempelt
wird, ist die Hauptfigur des Romans, tritt aber nie als handelnde Person
auf. Der Erzähler sieht immer nur Szenen, die sich wie konzentrische Kreise
rund um Lukas abspielen und Einfluss auf das Leben des Jungen nehmen. Schon
früh wird dem Erzähler klar, dass Lukas´ Leben in einer Tragödie enden muss.
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Leseprobe |
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Der Regen
tropfte von ihrem Cape und ihre nassen Füße waren bereits eiskalt, doch die
Kälte, die sie überfallen hatte, kam vom dem Grauen, von dem sie ihre Augen
nicht abwenden konnte. Was hatte Caesar dem Jungen getan? Was war geschehen,
das den Jungen, den sie doch schon seit Jahren kannte, in eine solche Bestie
verwandelt hatte? Warum hatte er Caesar so brutal getötet?
Das Geräusch eines vorbeifahrenden Autos riss sie aus ihren Gedanken. Aus
dem Augenwinkel erkannte sie den Wagen der Nachbarn, die offenbar gerade
nach Hause kamen. Mit einem Ruck wandte sie sich um und ging zum Haus
zurück. Sie zog die nassen Hausschuhe aus, schlüpfte in ein Paar trockene
Socken und zog ihre Straßenschuhe an. Mit dem Schlüsselbund in der Hand
verließ sie das Haus. Wenige Augenblicke später läutete sie bei ihren
Nachbarn.
„Ja?“, sagte Oliver, nachdem er die Tür geöffnet hatte.
„Ihr Sohn hat meinen Caesar totgeschlagen!“, stieß sie hervor.
„Soweit ich weiß“, erwiderte Oliver, „ist Caesar von Brutus ermordet
worden.“
„Sparen Sie sich ihre dummen Witze“, antwortete sie.
Noch immer war ihre Kehle wie zugeschnürt und das Sprechen bereitete ihr
Mühe. Mit dem Handrücken wischte sie sich die Tränen aus den Augen.
„Ihr Lukas hat meinen Kater erschlagen, mit einem Knüppel!“
„Wer sagt das?“
„Ich hab ihn doch gesehen“, schluchzte sie, „ich hab doch zusehen müssen,
wie er ihn totgeschlagen hat. Ihr Lukas war es. Ich habe es mit eigenen
Augen gesehen!“
„Lukas hat Ihren Kater erschlagen?“, fragte Oliver ungläubig.
Frau Schulz nickte schluchzend.
„Das hätte ich ihm gar nicht zugetraut“, fuhr Oliver fort und grinste,
„und es war wirklich Ihr Kater?“
„Natürlich war es mein Kater, mein Caesar!“
„Sie meinen das Vieh“, fragte Oliver nach, „das immer auf unsere
Ledercouch pisst, wenn meine Frau vergisst, die Terrassentür zu schließen?“
Frau Schulz stockte für einen Moment der Atem. Sie konnte nicht glauben,
was sie gerade gehört hatte.
„Dann hat Lukas ja mal etwas richtig Sinnvolles gemacht“, fuhr Oliver
ungerührt fort, „wenn ich Ihren Kater erwischt hätte, dann hätte ich ihm
auch den Hals umgedreht. Eigentlich hätte ich Ihnen schon längst die
Rechnung für die Reinigung schicken sollen. Ich denke, jetzt sind wir
quitt.“
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„Was ist los?“, fragte Edith, die ebenfalls an der Tür erschienen war.
„Stell dir vor“, erklärte Oliver, „während wir bei der Beerdigung waren,
hat Lukas sich nützlich gemacht. Er hat dem Scheißkater, der immer auf
unsere Couch pisst, den Schädel eingeschlagen. Ich denke, er hat sich eine
Belohnung verdient.“
„Sorry“, erwiderte Edith und schenkte Frau Schulz einen teilnahmslosen
Blick, „aber das ist mir im Augenblick so was von egal. Ich hab im Moment
wirklich anderes im Kopf.“
„Ich weiß“, sagte Oliver und wandte sich wieder der fassungslosen
Nachbarin zu, „wenn Sie sich einen neuen Kater anschaffen, dann sorgen Sie
dafür, dass er bleibt, wo er hingehört, damit er nicht Gefahr läuft, wie
Caesar zu enden.“
Ohne ein weiteres Wort schloss er die Tür.
*
Ich hob
den Kopf und sah mich um. Es war Lukas´ Zimmer. Der Junge hatte einen Namen,
aber noch kein Gesicht. Es war sein Poesiealbum, das ich in meinen Händen
hielt, auch wenn es sich sehr von dem, was man gemeinhin unter diesem
Begriff versteht, unterschied. Bisher hatte ich noch kein Gedicht eines
seiner Freunde vorgefunden und ich bezweifelte, dass ich Verse oder
Sinnsprüche darin entdecken würde. Das Buch hatte zweifellos etwas
Magisches, auch wenn ich mich gegen diesen Gedanken wehrte, doch ich hatte
nicht das Gefühl, als sei es etwas Teuflisches. Warum Lukas, wie ich
vermutete, es „Luzifers Poesiealbum“ genannt hatte, wusste ich nicht.
Ich hatte erfahren, was Lukas getan hatte und ich hatte eine mehr als
vage Vorstellung von dem „warum“. Seltsamerweise beschlich mich das Gefühl,
als habe sich niemand sonst diese Frage gestellt. Als ich umblätterte, fand
ich kein weiteres Bild, sondern ein Notenblatt. Ich kann Noten
buchstabieren, aber nicht flüssig lesen und so fand ich nicht heraus, um
welches Stück es sich handelte. Es schien die letzte Seite eines
Klavierstückes zu sein. Die untere rechte Ecke war bräunlich verfärbt, als
habe jemand mit schmutzigen Fingern das Blatt angefasst. Nach und nach aber
veränderte sich die Farbe. Sie wurde intensiver und wechselte von braun zu
rot – blutrot ...
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Das letzte Jahr der
Händler |
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Roman |
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Genre: gesellschaftskritischer, literarischer
Roman Thema: das Sterben der
Einzelhändler in den deutschen Innenstädten und die Auswirkungen auf die
Gesellschaft
Zielgruppe: Leser ab 16 Jahren
Umfang: ca. 380 Normseiten
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Inhalt:
Pekunius Kaufmann leitet ein Modellbahngeschäft
in zweiter Generation. Eines Morgens entdeckte er die Ankündigung
"Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe" im Schaufenster seines Nachbarn und
ehemaligen Schulfreundes Günther Zwirn. Der Nähmaschinenhändler Zwirn ist
der erste aus der Gilde der Einzelhändler, die im Verlauf eines knappen
Jahres ihre Geschäfte in der Hauptstraße aus unterschiedlichen Gründen
aufgeben. Auch Kaufmanns Zukunft ist ungewiss, denn sein Hauptlieferant -
ein berühmter deutscher Hersteller von Modelleisenbahnen - hat Insolvenz
angemeldet.
Die Lebensmittelhändlerin
Bertha Krämer muss ihr Geschäft ebenfalls schließen, weil ihre Ladenfläche
zu klein ist, um weiterhin vom Lebensmittelkonzern beliefert zu werden. Das
Ende ihres Ladens stürzt sie in eine tiefe Krise und hat vor allem für eine
der Nachbarinnen, der allein stehenden, achtzigjährigen Frau Stier,
dramatische Folgen. Ohne die Möglichkeit des täglichen Einkaufs verhungert
die alte Frau in ihrer Wohnung mitten in der Stadt.
Kaufmann beobachtet die
bestürzenden Ereignisse in seiner Nachbarschaft mit zunehmender Sorge, doch
sein Leben erfährt eine unvorhergesehene Wendung, als Veronica, die
verlassene Ehefrau eines Vereinskollegen, seinen Laden betritt. Kaufmann,
dessen sechzigster Geburtstag unmittelbar bevorsteht, verliebt sich. Obwohl
er lange an seinen Gefühlen zweifelt, entwickelt sich eine zarte,
romantische Beziehung. Als er endlich den Mut fasst und Veronica seine Liebe
gestehen will, tritt ihr untreuer Ehemann plötzlich wieder in ihr Leben.
Tief enttäuscht zieht sich Pekunius zurück, doch der Silvesterabend hält
noch eine Überraschung für ihn parat.
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Leseprobe |
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„Mittagspause“, verkündete Zwirn, nachdem die Kundin den Laden verlassen
hatte, „möchtest du eine Tasse Kaffee?“
Er zog seinen Schlüsselbund aus der Hosentasche und verschloss die
Eingangstür.
„Gern“, stimmte Pekunius zu.
Gemeinsam durchquerten sie den Laden und gingen in den hinteren Bereich,
wo ein kleiner Aufenthaltsraum mit einer Kochnische, einem Tisch und vier
Stühlen Platz für eine Kaffeepause bot. Pekunius sann einen Augenblick
darüber nach, wie oft er wohl schon dort gesessen hatte. Natürlich ließ sich
die Zahl nicht ermitteln, nicht einmal annähernd, doch an diesem Tag strich
er sanft mit seinen Fingern über die Tischplatte in der Gewissheit, dass
nicht nur die Waren in den Regalen im Verkaufsraum, sondern auch diese alten
Möbel bald verschwunden sein würden. Erst der Gedanke an ihr zukünftiges
Nichtmehrvorhandensein machte ihm bewusst, wie sehr er sich an sie gewöhnt
hatte und dass er sie vermissen würde.
„Wo ist Lissi?“, fragte er, während Zwirn die Kaffeemaschine in Gang
setzte und zwei Tassen aus einem der Hängeschränke nahm.
Lissi hieß eigentlich Elisabeth, doch den Kosenamen trug sie seit ihrer
Schulzeit. Schon neununddreißig Jahre war sie mit Günther verheiratet und in
all den Jahren hatte es kaum einen Tag gegeben, an dem sie nicht gemeinsam
mit ihrem Mann im Nähmaschinengeschäft gestanden hatte.
„Der Rücken“, antwortete Zwirn und Pekunius nickte.
Es war vermutlich kein Zufall, dass gerade am ersten Tag des
Räumungsverkaufs die Last auf Lissis Rücken so schwer geworden war, dass sie
nicht ins Geschäft hatte kommen können.
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„Was werdet ihr tun, wenn ihr euch jetzt aufs Altenteil zurückzieht?“,
fragte er salopp und ließ seine Stimme heiter klingen, um Zwirn das
Antworten zu erleichtern, doch der Nähmaschinenhändler schüttelte den Kopf.
„Soweit ist es noch nicht, Pekunius“, antwortete er, „sobald ich den
Laden geschlossen habe, werde ich eine Arbeitsstelle antreten. Ist es nicht
eine Ironie, dass meine langjährigen Konkurrenten bald meine zukünftigen
Kunden sein werden?“
Pekunius verstand die Frage nicht und sah seinen Freund stirnrunzelnd an.
„Was meinst du damit?“
Wehmütig über seinen traurigen Scherz lächelnd setzte sich Zwirn an den
Tisch.
„Die Händler in Großstadt oder Mitteldorf“, erklärte er, „waren natürlich
nicht direkt meine Konkurrenten. Niemand fährt in eine andere Stadt, um eine
Nähmaschine zu kaufen, schon gar nicht, wenn der Versandhauskatalog auf dem
Wohnzimmertisch liegt und man nicht einmal Schuhe anziehen muss, um aus dem
Haus zu gehen.“
Der Duft frisch gebrühten Kaffees breitete sich in der Küche aus und
verkündete ebenso wie die blubbernde und glucksende Maschine, dass das
starke, schwarze, heiße Gebräu gleich fertig sein würde, um wieder einmal
wie seit Jahrhunderten auf nahezu der ganzen Welt stummer und dennoch
hilfreicher Begleiter eines aufrichtigen Gespräches zu sein, unterstützt vom
Henkel der Tasse, an den man sich klammern konnte, wenn man jeden anderen
Halt verloren zu haben glaubte.
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Taiyo |
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Roman |
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Genre: Fantasy / Abenteuer Thema:
Mut und Freundschaft, Bogenschießen und Zaubersprüche
Zielgruppe: Leser ab 12 Jahren
Umfang: ca. 415 Normseiten
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Inhalt:
Der zwölfjährige Taiyo, Sohn des Generals Taiman
im Königreich Mendor, ist mit Abstand der beste Bogenschütze seines Alters.
Beim alljährlichen Turnier fordert er die besten Männer des Landes heraus
und scheitert erst im Halbfinale, was ihm die Gunst von Prinzessin Eleala
einbringt. Beim abendlichen Fest auf der Burg des Königs bringen die drei
Zauberer Cocon, Lomadar und Fai schlechte Nachrichten. Eine schwer
bewaffnete Zwergenarmee nähert sich dem Königreich.
Taiyo ist zu jung, um mit
den Soldaten zur Grenze zu ziehen. Deshalb machen er und Eleala sich
heimlich auf, weil sie die Zwerge mit eigenen Augen sehen wollen. In der
Burg bleibt das Verschwinden der Prinzessin nicht unbemerkt. Man nimmt an,
dass sie von Zwergen heimlich entführt wurde. König Medocan befiehlt den
Angriff, doch die Schlacht kann im letzten Moment durch die Zauberer
verhindert werden.
Yvenia, die Stiefschwester
von Taiyos bestem Freund, entpuppt sich in einer gefahrvollen Situation als
Zauberin. Im Magicarum, dem magischen Raum in der Wohnstatt der Zauberer,
entdeckt sie ebenso wie Cocon, Lomadar und Fai, was später von den Zwergen
bestätigt wird. Etwas Gefährliches und unsagbar Böses nähert sich dem
Königreich. Während Menschen und Zwerge ein Bündnis schließen, um Arc
Thandir, den Herrn des ewigen Eises, zu bekämpfen, ahnt niemand, dass es
einen Verräter in den Truppen des Königs gibt. Eleala wird entführt und
Taiyo, der die Entführung als einziger bemerkt hat, nimmt die Verfolgung
auf. Sie führt ihn in den Eispalast, mitten ins Zentrum der Feinde, während
sich alle auf die große Schlacht vorbereiten ...
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Leseprobe |
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Wie am Tag zuvor kündigte sich der neue Morgen dadurch an, dass das Grau
allmählich wieder weiß wurde. Das Lager war durch Fackeln und Feuer spärlich
beleuchtet. Dünne, durchscheinende und von den Flammen rötlich erhellte
Nebelschleier waberten zwischen den Gebäuden. Jenseits der Mauern schien es
noch immer keine Welt zu geben. Kein Luftzug regte sich und kein Laut war zu
hören.
Der Wachsoldat auf dem Turm am nördlichen Tor war der erste, der die
Veränderung bemerkte. Die Sonne musste wohl bereits über dem Horizont
stehen, denn es wurde zunehmend heller. Langsam, ganz allmählich, aber doch
stetig wich der Nebel vor den Lagermauern zurück. Schritt für Schritt kam
der Boden der Ebene wieder zum Vorschein. Die rauschenden Wasser der Osta
und des Ezoa, die sich unweit des Lagers vereinten, waren die ersten
Geräusche, die der Soldat wahrnahm. Als ob er aus einem bedrückenden Traum
erwacht sei, spürte er die Erleichterung und die unheimliche Stimmung, in
die der undurchdringliche Nebel die Soldaten zwei Tage lang versetzt hatte,
verflog zusehends. Während aus den Lagerbauten wieder gelöstere Stimmen und
das eine oder andere Lachen zu ihm heraufdrang, wartete der Soldat auf das
morgendliche Zwitschern und Tirilieren der Vögel.
Die Sicht betrug mittlerweile einen Steinwurf und der Nebel lichtete sich
jetzt schneller. Der Wachsoldat hörte Geräusche, doch sie entsprachen nicht
denen, die er erwartet hatte. Er zog die Stirn in Falten und legte den Kopf
zur Seite. Angestrengt lauschend starrte er in den weißen, wabernden
Vorhang, der sich innerhalb weniger Augenblicke lüftete und den Blick über
die Ebene freigab.
Der Soldat verharrte reglos. Den Kopf zur Seite gelegt und mit
zusammengezogenen Brauen betrachtet er ungläubig das Bild, das sich ihm bot.
Sein Verstand weigerte sich, das zu glauben, was seine Augen sahen und seine
Ohren hörten.
Tailan trat aus dem Haus der Offiziere und schloss die Tür hinter sich.
Schon der erste Blick über die Gebäude verriet ihm, dass der Nebel sich
wieder lichtete.
Endlich, dachte er, und trat in die kalte Morgenluft. Nun würde die
Feuchtigkeit nicht wieder wie in den beiden Tagen zuvor die Kleidung
durchdringen.
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Auch er hörte das Lachen aus einem der
Mannschaftsräume und ein amüsiertes Lächeln zog seine Mundwinkel nach oben.
Im Lauf des Vormittags würde man die Sonne wieder sehen. Ihre wärmenden
Stahlen auf dem Gesicht zu spüren sollte die Stimmung im Lager wieder
erheblich verbessern.
„Alarm!“
Tailan fuhr auf dem Absatz herum.
„Alarm! Alarm! Alarm!“
Die Stimme des Wachsoldaten auf dem Turm überschlug sich vor Panik und
Entsetzen. Er rief nicht, sondern kreischte, wie Tailan es kaum jemals zuvor
von einem Menschen gehört hatte.
„Alarm!“, rief er und das Wort wurde von Soldaten sofort aufgenommen und
weitergegeben.
Tailan rannte quer über den Hof. Er stürmte die Treppe hinauf und den
Wehrgang entlang, bis er das nördliche Ende erreichte. Als er über die
Brüstung sah, erging es ihm wie dem Wachsoldaten. Für einen Augenblick
konnte er nicht glauben, was er sah. Nur mit Mühe gelang es ihm sich
umzuwenden und Befehle in den Hof zu rufen.
„Alarm! Zu den Waffen! Schnell! Schnell! Alarm!“
Er wandte sich wieder um und mit fassungslosem Entsetzen nahm er die
Szene in sich auf. Die Ebene war übersät mit Kriegern. Tausende und
Abertausende marschierten zum Klang ihrer Trommeln vorwärts. Aus dem Nebel
kamen unheimliche Gestalten mit hässlichen Fratzen und führten Schwerter,
Speere, Äxte und Kriegshämmer mit sich. Zwischen den Reihen der Fußsoldaten
tummelten sich Wölfe. Eisbären, denen man Geschirre angelegt hatte, zogen
Kampfwagen mit tödlichen Sägemessern an ihren Radnaben, die alles
niedermetzeln würden, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Anführer der
einzelnen Abteilungen waren viel größer als die Soldaten. Sie schwangen
Peitschen und ihre Köpfe hatten nichts Menschliches an sich. Unter spitzen
Ohren und hellblauen, geschlitzten Augen zogen sich ihre Schnauzen nach vorn
und endeten mit langen, weißen Fangzähnen. |
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