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Beim Überfall auf einen
Juwelier in der Freiburger Innenstadt wird eine Kundin, eine
Krankenschwester vietnamesischer Herkunft, vor den Augen ihres Mannes
erschossen. Eine Überwachungskamera nimmt den Raubmord auf. Die
Ermittlungsbeamten - allen voran Kriminalhauptkommissar Steffen Bussard -
wissen genau, was geschah. Auf das "warum" fehlt jedoch jeglicher Hinweis.
Schon einen Tag später wird
eine Tatverdächtige verhaftet, die versucht hatte, den geraubten Schmuck bei
einem Pfandleiher zu versetzen, doch Bussard glaubt nicht an die Schuld der
jungen Punkerin.
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Er vernimmt den Ehemann der
Toten und gewinnt eine überraschende Erkenntnis. Offenbar hat die Tote für
den vietnamesischen Geheimdienst gearbeitet.
Das BKA übernimmt die
Ermittlungen und Bussard ist damit aus dem Spiel. Auch wenn er einsieht,
dass der Fall ohne Hilfe des BKA und des BND vermutlich nicht zu lösen ist,
gefällt es ihm nicht, auf seinem eigenen Spielfeld ausgewechselt zu werden,
denn das Verbrechen wurde in Freiburg verübt und das ist sein Revier.
Dann jedoch geschieht ein
zweiter Mord ...
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Sekunden später wurde die Tür geöffnet. Die
Person, die mit zwei schnellen Schritten in den Laden trat, trug Jeans, eine
Lederjacke und Lederhandschuhe. Das geschlossene, dunkel getönte Visier des
Motorradhelms erlaubte keinen Blick auf das Gesicht und die Stimme klang
gedämpft.
„Überfall! Keine Bewegung!“
Aus der rechten Außentasche ihrer Lederjacke zog die Person einen
Trommelrevolver mit kurzem Lauf und richtete ihn auf Lackner. Der
Goldschmied trat unwillkürlich einen Schritt zurück, während seine Augen das
glänzende Metall der Waffe fixierten. Die Mündung zeigte direkt auf seine
Brust. Sein Mund wurde trocken und sein Herzschlag beschleunigte sich. Für
Juwelierläden bestand grundsätzlich ein hohes Risiko und seit über zwanzig
Jahren rechnete er mit der Möglichkeit überfallen zu werden. Der Anblick des
Revolvers versetzte ihm dennoch einen Schock und er spürte, wie seine Knie
weich wurden.
„Du da! Rüber!“
Mit einer knappen Bewegung des Revolvers forderte die Person den
Kunden auf, sich links neben Lackner zu stellen. Aus den schmalen Händen,
den schlanken Beinen und vor allem aus den geschwungenen Hüften, die durch
die eng sitzenden Jeans betont wurden, schloss Lackner, dass es sich um eine
Frau handeln musste, die gerade sein Geschäft überfiel. Ihre Stimme wurde
durch das geschlossene Visier des Helms gedämpft und verfälscht. Eine
spätere Identifizierung wurde damit erheblich erschwert, wenn nicht gar
unmöglich gemacht.
„Und du auf die andere Seite!“
Die Kundin, deren Gesicht aschfahl geworden war, hielt sich am
Verkaufstresen fest, während sie der Aufforderung vorsichtig hinkend Folge
leistete. Lackner, der nun von den beiden Kunden flankiert wurde, stand noch
immer reglos hinter seinem Tresen. Er spürte, dass sein Herz raste und seine
Atmung sich beschleunigt hatte. Sein Mund war staubtrocken und er schluckte
schwer. Die Räuberin zog mit der freien Hand eine weiße, unbeschriftete
Einkaufstüte aus ihrer Jacke und warf sie auf den Tresen.
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„Da
rein!“, forderte sie den Goldschmied auf und deutete mit dem Revolver auf
die drei Anhänger.
Mit
zitternden Fingern nahm Lackner die Tüte. Er atmete einmal tief durch und
zwang sich selbst zur Ruhe, während sein Puls in den Schläfen hämmerte und
das Blut in den Ohren rauschte. Es war am besten, keinen Widerstand zu
leisten. Wenn die Täterin bekam, was sie wollte, würde sie vermutlich so
schnell wie möglich das Weite suchen, ohne dass jemand zu Schaden kam. Der
Schmuck war versichert und auch wenn es sich um Unikate handelte, waren sie
dennoch nicht unersetzlich. Lackner öffnete die Tüte und verstaute die drei
Ketten mit den Anhängern vorsichtig in ihrem Innern.
Die Räuberin trat einen schnellen Schritt vor und riss Lackner die
Tüte aus der Hand. Der Goldschmied wich unwillkürlich vor ihr zurück. Es war
irritierend, ihr Gesicht hinter dem getönten Visier nicht sehen zu können.
Ohne ihre Mimik zu erkennen konnte Lackner die Täterin nicht einschätzen und
wusste nicht, ob sie nervös war und zu einer unbedachten Reaktion neigte.
Sie stand einen halben Schritt vom Tresen entfernt und richtete ihre Waffe
auf den Kunden, der neben dem Goldschmied stand. Der Mann hatte seine Hände
erhoben und sah in die Mündung des Revolvers, der auf seine Brust zielte.
Die Räuberin schwenkte ihre Waffe langsam nach links, zielte auf Lackner,
schwenkte die Hand weiter und richtete den Revolver schließlich auf die
Kundin. Einen qualvoll langen Augenblick geschah nichts, dann blitzte ein
Mündungsfeuer auf und der ohrenbetäubende Knall eines Schusses zerriss die
Stille im Raum. |
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