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RALF KURZ
Der Diplomat
Historischer Roman über den wittelsbachischen Minister und Staatsmann Johann Christian Freiherr von Hofenfels (1744 - 1787) und sein Kampf für die Freiheit Bayerns
Gebundene Ausgabe 510 Seiten Schillinger Verlag (2008) ISBN: 978-3-89155-343-9 Preis: 24,50 EUR |
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Inhalt |
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Zu Beginn des Jahres 1778 marschieren österreichische Truppen in Bayern ein. Der bayerische Kurfürst Carl Theodor und sein Neffe, Thronfolger Herzog Carl August von Pfalz-Zweibrücken, sollen aus dem Land gedrängt werden. Kaiser Joseph II. will sich damit die Vormachtstellung in Europa sichern. Hofenfels erkennt die Gefahr für das Haus Wittelsbach und bringt die Sache vor den Reichstag. In Friedrich dem Großen, König von Preußen, gewinnt er einen mächtigen Verbündeten. Da Österreich seine Truppen nicht abziehen will, kommt es zum Bayerischen Erbfolgekrieg, der 1779 mit dem Frieden von Teschen endet, ohne dass es zu einer militärischen Entscheidung gekommen war. Man nimmt die Truppen von den Schlachtfeldern und schickt die Diplomaten aufs Parkett.
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Zehn Jahre lang kämpft Hofenfels als treuer und pflichtbewusster Minister für die Zukunft des Hauses Wittelsbach gegen die Habsburger und ihre Verbündeten Frankreich und Russland. Im Kampf um die Macht werden dabei alle Register gezogen - Drohung, Erpressung, Sex, Macht, Orden, Titel, Bestechung und Verrat - doch er widersteht allen Versuchen und Versuchungen und legt die Grundlagen für das spätere bayerische Königreich. Ihm zur Seite steht seine Frau Friederike (Riki) von Closen. Im Geist der Aufklärung verfolgen sie, wie der Begriff der "Freiheit" Europa wie ein Flächenbrand überzieht, während in Frankreich die Vorboten der Revolution bereits deutlich spürbar sind.
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Der Diplomat ist ein mit großem Aufwand sorgfältig recherchierter Roman, an dem ich mehr als zwei Jahre gearbeitet habe. Er beschreibt eines der spannendsten und wichtigsten Kapitel pfälzisch-bayerischer Geschichte. Ohne die herausragende Leistung des Freiherrn von Hofenfels hätte es keinen bayerischen König (und heute keinen bayerischen Freistaat) gegeben.
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| Leseprobe | |||||
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Hofenfels hatte sich am
Abend von Carl August verabschiedet und war sichtlich erleichtert und höchst
zufrieden zurück nach Moosach gefahren. In dieser Nacht schlief er
ausgezeichnet und erwachte am nächsten Morgen ganz gegen seine Gewohnheit
erst um elf Uhr. Bei seinem späten Frühstück leistete ihm Herzogin Marianne
Gesellschaft und die beiden ergingen sich in allerhand Spekulationen, wie
die Nacht im Schloss Nymphenburg verlaufen sein, wer geschlafen und wer wohl
kein Auge zugetan haben mochte. |
„Ich bedaure zutiefst“,
erklärte er mit einer angedeuteten Verbeugung, „doch ich kann diese
Erklärung nicht liefern.“
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Hofenfels verlangte die
Vorlage des Originals einer vierhundert Jahre alten Urkunde, von der man
nicht einmal zweifelsfrei annehmen konnte, ob sie überhaupt existierte und
zog damit im Handstreich die Legitimation des österreichischen Vorgehens in
Zweifel. Während Lehrbach ihn noch immer mit großen Augen fassungslos
anstarrte, zog Hofenfels einen Umschlag aus der Innentasche seines
Justaucorps hervor. |
Mein Herzog, dachte
Hofenfels. Der Ausdruck hatte einen sonderbaren Klang, aber in dieser
Situation fühlte er sich wie ein Orden an. Hofenfels sah Vieregg in die
Augen. Der Bayer steckte mit den Österreichern unter einer Decke. Sie hatten
Carl August einen Köder in den Rachen gestopft und mit ihm selbst das
Gleiche versucht, nachdem sich ihre Drohungen als zwecklos erwiesen hatten.
Jetzt drehte er den Spieß um und servierte ihnen einen Bissen, der ihren
Appetit zügeln und ihnen stattdessen die Galle hochkommen lassen würde.
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Pressestimmen
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Felix Schmidt in der Tageszeitung Die Rheinpfalz (30.10.2008)
Ränkespiele am Zweibrücker Hof
Geboren in Kusel avanciert Johann Christian Freiherr von Hofenfels zu einem der bekanntesten und einflussreichsten Zweibrücker der Geschichte. Ralf Kurz ... legt nun seinen gelungenen historischen Roman über den Außenminister vor. Titel: "Der Diplomat".
Mehr als zwei Jahre hat Kurz recherchiert, um das Leben des bedeutendsten Ministers im Dienste von Herzog Carl II. August von Pfalz-Zweibrücken nachzuzeichnen. Er gibt einen Einblick in die europäische Politik Ende des 18. Jahrhunderts, die Hofenfels entscheidend mitgestaltet hat, indem er die Freiheit Bayerns gegen Österreich verteidigte. Doch neben der großen Politik kommt im Roman Alltägliches wie Liebe, Krankheit und Intrigen nicht zu kurz - inklusive einem tragischen Ende. ... Ralf Kurz gelingt es sehr gut, den Leser in die damalige Zeit zu versetzen. Die Beschreibungen der Region machen das Buch gerade für Pfälzer interessant. Der Autor verzichtet meist auf lange, ausufernde Dialoge oder Beschreibungen von Verwandtschaftsverhältnissen, wie man es aus anderen historischen Romanen kennt, und schafft so Spannung und Lockerheit, die den Lesefluss erleichtern. Nur in wenigen Passagen sind die Beschreibungen zu detailliert.
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Rolf Maass im Kulturexpress (03.01.2009)
Geheimdienste, Intrigen und Diplomatie
... Der Roman schildert regionale Ereignisse mit überregionalen Auswirkungen. Es ist die Zeit in der sonst Mantel- und Degenfilme spielen. Geheimdienste und die europäische Diplomatie hatten Hochkonjunktur. Intrigen beherrschten die Höfe der Königshäuser in den Jahren vor der Französischen Revolution, wovon sich der Roman aber nicht allein aufzehren läßt. Ein Wort am Schluss erklärt, die Maximilian abschließend äußert: "Wir haben Hofenfels viel zu verdanken" - ohne ihn wäre Maximilian I. freilich kein König geworden und so steht im Roman weiter geschrieben: "Ohne Hofenfels gäbe es kein freies Bayern".
... Es stellt sich die Frage, was will der Autor mit seinem Buch erreichen? Eine Biographie zu Hofenfels ist bereits im Jahre 1990 von Carl Schuster unter dem Titel "Spiegelgespräche des Johann Christian von Hofenfels" publiziert worden. Ein zweites Buch ist deshalb zusätzlicher Natur. Bei historischen Romanen ist zu beachten, welche Form von Staat vertreten wird. Das kann von 1778 - 1787 nur ein absolutistischer sein, die Monarchie hatte das alleinige Überlebensrecht. Denn Demokratie in unserem Sinne gab es nicht. Es geht im Roman keinesfalls um Utopien, wie sie in diesen Jahren auch schon in Mode waren, sondern um das Recht der Selbstbehauptung und um Autonomie. Ralf Kurz bezieht sich in seinen Quellen über Hofenfels auf eine Arbeit von Herta Mittelberger aus dem Jahre 1934. Der Roman ist darin Baustein. Wichtig für seine Bedeutung ist die Verankerung im Geschichtlichen. Im diplomatischen Dienst findet Hofenfels Bedingungen und Voraussetzungen vor, denen er vor sich und mit seinem Gewissen bereit ist Rechenschaft abzulegen. Das wird ihm postum bescheinigt, denn ohne ihn wäre die Freiheit Bayerns nicht möglich gewesen.
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Carsten Jaehner auf www.histo-couch.de (März 2009)
"So spannend kann Politik sein!"
Mit seinem Debütroman präsentiert der Autor Ralf Kurz einen gelungenen Einblick in den Höhepunkt des Absolutismus. Auf höchster Ebene begibt sich Minister Hofenfels von einem Monarchen zum anderen und schafft so ein diplomatisches Netz, das ihm weithin zugute kommen wird. Mit dem Porträtroman über das Leben des Freiherrn von Hofenfels werden geschichtliche Verbindungen geknüpft, die den meisten Lesern vorher nicht so bewusst gewesen sein dürften. Dabei versteht es der Autor, den Leser durch den diplomatischen Dschungel zu führen, ohne bei ihm große Verwirrung zu stiften oder zu hinterlassen. Auch wenn die langen Titel und Namen des Adels gelegentlich für Irritationen sorgen, so führt er die Personen langsam ein, sodass man dem Vorgehen auf dem politischen Parkett gut folgen kann. Dabei leistet er sich sprachlich keine Extravaganzen, sondern formuliert klar und verständlich. ... Auch wenn man gerade in der ersten Hälfte ein gelegentliches Datum oder eine Jahreszahl zur Orientierung vermisst, bietet „Der Diplomat“ einen unterhaltsamen, bisweilen sogar spannenden Einblick in den Weg zu einem Königreich Bayern. Wer mehr über das Haus Wittelsbach und den Machenschaften auf Schloss Carlsberg erfahren will, der ist mit der Lektüre dieses Buches gut bedient. Allen anderen bietet sich eine schöne Geschichtsstunde, in der so manche politische Verhältnisse besser und farbenfroher als in der Schule erklärt werden. So interessant kann Geschichte sein.
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Johann Christian Freiherr von Hofenfels (1744 - 1787)
Gemälde von Anton Graff
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